Snics auf der VegMed 2018

Was einst als Hippie-Ernährung abgestempelt wurde gilt heute längst als Trend: Vegane Ernährung ist in aller Munde oder besser gesagt auf vieler Leute Teller. Auch in Supermärkten haben Lebensmittel mit rein pflanzlichen Inhaltsstoffen längst Einzug gefunden. Doch ist eine vegane Ernährung wirklich gesund und wie sieht eigentlich die Studienlage zu diesem Thema aus?

Um genau dies herauszufinden, waren Cora und Verena vom snics Nutrition Team auf der VegMed, einem medizinischen Fachkongress zum Thema pflanzenbasierte Ernährung, der vom 20.-22. April 2018 in Berlin stattfand.

Die VegMed vereint die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema pflanzliche Ernährung mit den jahrenlangen Erfahrungen verschiedener Berufsgruppen, wie Ärzten, Ernährungswissenschaftern, Lehrenden, Sportlern und vielen mehr. Der Kongress beleuchtet die Stellung der veganen Ernährung sowohl aus Sichtweise medizinscher Fachkreise als auch vom Standpunkt unserer Gesellschaft.

Es gibt viele Gründe, sich für eine vegane Ernährung zu entscheiden. Sei es der vermehrte Wunsch nach Tierschutz, Nachhaltigkeit oder gesundheitliche Gründe – die Nachfrage nach veganen Lebensmitteln auf dem Markt ist groß und steigt stetig an. Dadurch wird auch das Angebot immer größer. Sogar ganze Länder stellen nachhaltige Initiativen auf die Beine, wie beispielsweise Portugal: Hier sind seit März 2018 öffentliche Kantinen dazu verpflichtet, zumindest eine vegane Speise anzubieten.

Außerdem hat es vegane Ernährung bereits in die Empfehlungen großer Ernährungsgesellschaften geschafft. Die Academy of Nutrition and Dietetics (ADA) spricht sich positiv über vegane Ernährung aus und hält diese Ernährungsform für gesund und bedarfsdeckend, sofern sie gut geplant sei.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht das etwas anders und führte in ihrer Stellungnahme an, dass sie eine vegane Ernährung zwar nicht ablehne, sie jedoch auch nicht empfehle. Ein Grund dafür ist, dass es noch keine ausreichenden Langzeitstudien in diesem Bereich gibt. Das stimmt und muss natürlich erwähnt werden.

Entscheidet man sich dennoch für eine vegane Ernährung, sollte man auf eine vielfältige Speisen-Gestaltung achten, um den Bedarf bestimmter Nährstoffe, die als „kritisch“ gelten, zu decken und somit etwaigen Mangelerscheinungen vorzubeugen.  Zu diesen kritischen Nährstoffen zählen: Protein, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B12, Vitamin D, Kalzium, Jod und Eisen.

Doch was sagen die Experten?

Der Ernährungswissenschafter Prof. Leitzmann hat in seinem Vortrag über pflanzliche Proteine gesprochen und mehrmals betont, dass man sich nicht verunsichern lassen soll. Denn Lebensmittel wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Tofu, Getreide, Nüsse oder pflanzliche Milchalternativen enthalten genügend Eiweiß, um den menschlichen Bedarf zu decken und sind – wenn sie klug kombiniert werden – richtige Eiweißbomben!

Auch den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren kann man sehr gut mit pflanzlichen Lebenmitteln decken: In Lein-, Hanf-, Walnuss- und Rapsöl stecken viele dieser positiven Fettsäuren, aber auch in Nüssen. Besonders Walnüsse sind vollgepackt mit diesen wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren!

Außerdem gab es spannende Beiträge zu einer vollwertigen, veganen Ernährung für Schwangere, Stillende und zu veganer Ernährung im Kindesalter. Hierzu stellte Dr. Markus Keller die ersten Ergebnisse der VeChi-Studie (Vegetarian and Vegan Children Study) vor: Sowohl vegetarisch und vegan ernährte Kinder im Alter von 1-3 Jahren als auch die Mischköstler wiesen eine vergleichbare und normale Entwicklung von Körpergewicht und Körpergröße auf, was darauf hindeutet, dass eine vegane Ernährung im Kleinkindalter möglich ist. Natürlich ist es hier besonders wichtig, dass die Zufuhr bestimmter Nährstoffe nicht außer Acht gelassen wird.

 

 

Unser Fazit:

Die Vortragenden auf der VegMed sprachen sich unisono für eine vegane Ernährung und deren positive Effekte auf die Gesundheit aus. Jedoch immer gefolgt von dem Hinweis, dass diese gut geplant werden muss und die kritischen Nährstoffe nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Denn durch das alleinige Weglassen von tierischen Produkten ist eine vegane Ernährung keinesfalls bedarfsdeckend.

Sehr gut gefallen hat uns, dass nicht jede Entwicklung auf dem veganen Sektor gut geheißen wurde, sondern dass Themen auch kritisch hinterfragt wurden. Gerade das Thema Milch wurde kontrovers diskutiert: Ist sie gut, ist sie schlecht? Die aktuelle Studienlage spricht sich gleichermaßen für und gegen den Konsum von Milch aus. Doch letzten Endes liegt es an uns Konsumenten, unser Kaufverhalten zu beobachten und kritisch zu hinterfragen. Dies gilt natürlich nicht nur für Milch, Fleisch oder andere tierische Lebensmittel, sondern schlussendlich für jeden Lebensbereich.

Wie stehst du zu diesem Thema? Lass uns gerne dein Feedback da oder schreib uns an office@snics.at

Dein snics-Team.

 

 

 

 

 

 

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