Saftfasten wird als “Entgiftung” des Körpers angepriesen, es soll zu einem sogenannten Detox-Effekt kommen und unsere Organe entlasten. Außerdem sollen Saftkuren das Mittel zum Abnehmen sein, wie viele Hersteller die Wirkung ihrer Säfte anpreisen.

Mittlerweile kennen wir wahrscheinlich alle eine oder sogar mehrere Personen auf Social Media oder auch im echten Leben, die schon einmal eine Saftkur ausprobiert haben. Die Gründe könnten unterschiedlicher nicht sein. Manche möchten ihren Körper „entgiften“, andere ihre Verdauung entlasten, manche möchten danach wieder in eine gesunde Ernährung finden, andere wiederum ein paar Kilos verlieren.

Sehen wir uns das Saftfasten aus wissenschaftlicher Seite mal etwas genauer an.

Wie sieht eine Saftkur aus?

Beim Saftfasten wird über eine bestimmte Periode ausschließlich Saft aus Obst und Gemüse getrunken. Zusätzlich gegessen wird in den meisten Fällen nichts, höchstens vielleicht klare Gemüsebrühen. Der Saft wird entweder selbst gepresst oder fertig abgefüllt in Flaschen gekauft. Entscheidet man sich für die gekauften Säfte, kostet eine Wochenration gerne mal 100-200 Euro.

Vitamingehalt der Säfte

Da die Säfte kalt gepresst werden, bleiben tatsächlich einige Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Durch das Entfernen der Schale bei der Herstellung enthalten die Säfte jedoch so gut wie keine Ballaststoffe und auch weniger Vitamine im Vergleich zu Obst und Gemüse im Ganzen, da die meisten Vitamine unter der Schale sitzen. Eine tagelange Ernährung ohne Ballaststoffe kann sich auch negativ auf die Verdauung auswirken – die Folge können Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung oder Durchfall sein.

Die gesundheitlichen Effekte

Durch den hohen Gehalt an Fruktose in den Säften steigen nachgewiesener Weise die Triglycerid- und LDL-Spiegel im Körper an, was sich wiederum negativ auf die Herzgesundheit auswirken kann.

Triglyceride sind Nahrungsfette, die über den Darm aufgenommen werden und dem Körper als Energiereserve dienen. Bis zum Gebrauch werden sie im Fettgewebe zwischengespeichert. Sie werden auch „Blutfette“ genannt.

Natürlich kommt es beim Saftfasten auch zu keinem „Entgiften“ oder „Detox-Effekt“, außer man möchte die Folge einer zu hohen Aufnahme von nicht resorbierbaren Stoffen wie zu viel Fruktose – nämlich osmotische Diarrhö (=Durchfall) – darunter verstehen.

Glücklicherweise übernimmt bei gesunden Menschen das Entgiften unser Körper selbst mithilfe der Leber und den Nieren und benötigt keine Hilfe von außen. Paradoxerweise kann es sogar zu einem gegenteiligen Effekt führen, da der hohe Fruktosegehalt in den Säften die Entstehung einer Fettleber begünstigen kann.

Unser Fazit

Den gleichen Effekt, den man bei einer Saftkur erreicht, könnte man mit literweise Apfelsaft zustande bringen. Das wäre wesentlich billiger als die teuren abgefüllten Säfte und wahrscheinlich auch schmackhafter.

Übrigens: das Gewicht, das man während einer Saftkur verliert, ist hauptsächlich Wasser und auch etwas Muskelmasse, wenn man Pech hat.

Eine langfristige Gewichtsabnahme erzielt man nur durch eine dauerhafte Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Co. ist gesund und macht auch lange satt und glücklich. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann buche ein Beratungspaket bei uns – wir unterstützen dich gerne bei einer gesunden Gewichtsreduktion!

Dein snics-Team